• Pakistans Entwicklung zum "Failed State" und die internationalen Folgen

    Nun auch bei Ihrem Online-Buchhändler: Pakistans Entwicklung zum "Failed State" und die internationalen Folgen
    Cover Tectum

  • Frühsport

  • Israel & West Bank Fotos

    Hier gibt es die gesamte Diashow.

  • Leseempfehlung aus der aktuellen IP: Der Krieg in Gaza

    Auszug:

    Hamas’ Position nach der Machtübernahme von 2007 war: Die Grenzen sollen offen sein, wir behalten uns aber vor, weiter gegen den jüdischen Staat zu kämpfen. Will heißen: Gaza und Hamas sollen in den Genuss freien Waren und vielleicht auch Personenverkehrs kommen, und die Israelis müssen eben hinnehmen, wenn das gleichzeitig bedeutet, dass Hamas Selbstmordattentäter nach Israel schickt und israelische Grenzpolizisten der Gefahr ausgesetzt sind, von den Militanten angegriffen zu werden. Eine offensichtlich absurde Position. Zumal die Hamas selbst in Zeiten gelockerten Grenzregimes Raketen auf Israel abschießen ließ.

    Nach ihrem Wahlsieg war die Hamas von der internationalen Gemeinschaft vor eine klare Wahl gestellt worden: Wenn sie als Partner in einem Friedensprozess anerkannt werden will und die Wohltaten einstreichen möchte, die damit einhergehen, dann muss sie ihrer Vernichtungsideologie abschwören und den Minimalkonsens der Osloer Verträge anerkennen, die ja Grundlage für die Existenz einer Autonomiebehörde sind. Das hat die Hamas abgelehnt, um ideologisch „rein“ zu bleiben. Man kann aber nicht beides haben: den Kuchen essen und ihn behalten. Es ist also die Schuld der Hamas, wenn die Grenzen geschlossen bleiben – übrigens auch nach Ägypten, weil die Hamas es ablehnt, dass der Grenzübergang von der Fatah und einer EU-Beobachtertruppe kontrolliert wird.

    Es gibt keinen Grund, die Hamas für ihre unbeugsame Haltung zu belohnen. Natürlich leiden die Palästinenser unter der gegenwärtigen Situation. Aber warum sollte sich eine israelische Regierung mehr um das Wohlergehen der Menschen in Gaza sorgen als deren eigene Führung – und dafür auch noch die eigenen Bürger in Gefahr bringen?

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  • Eine Filmempfehlung abseits der Berlinale

    Gesicht zur Wand
    Die Geschichte von fünf Stasi-Opfern steht im Mittelpunkt des Dokumentarfilmes "Gesicht zur Wand", der am kommenden Samstag um 11.00 Uhr Premiere an der Volksbühne Berlin feiert. Regissuer Stefan Weirich und die Protagonisten werden anwesend sein. Die Moderation übernimmt der stellvertretende Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Siegfried Reiprich.

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  • Zitat des Tages - Jost Kaiser "Israel und die Linke"

    Auszug:

    Neulich las ich - im Internetportal “Perlentaucher” – die Schlagzeile: “Gaza-Krieg: Linke versagt”.

    Beglückt dachte ich: Endlich sagt’s mal einer, genau, richtig. Die Linke hat schließlich ihre Erfahrung gemacht mit Totalitarismus, auch und vor allem mit dem eigenen, die Linke wird ein Gemeinwesen namens Israel, einem liberalen, pluralistischen und demokratischem Staat zur Hilfe kommen, wenn dieser von einem neuen Totalitarismus namens Hamas, Djihadismus oder Hizbollah oder sonstwie angegriffen wird. Dann wäre die Linke bei sich.

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  • Veröffentlichung

    Nun ist es veröffentlicht. Der geneigte Leser kann bei Interesse mein Buch „Pakistans Entwicklung zum “Failed State“ und die internationalen Folgen“ direkt beim Tectum-Verlag oder beim Buchhändler seiner Wahl erwerben.
    Auch diese unverschämte Eigenwerbung möchte ich nicht vertiefen, sondern lieber aus dem Inlay zitieren. Einige wenige weitere Leseproben werden in den kommenden Tagen noch folgen.

    In Pakistan ringen religiös motivierte Fundamentalisten mit säkularen Kräften um die Macht. Das Militär führt einen verlustreichen Krieg gegen fanatische Terrorstrukturen in den Stammesgebieten. Beinahe täglich sprengt sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Der Staatsapparat der Atommacht bröckelt an allen Fronten. Chaos füllt das Vakuum. Wird Pakistan ein „Failed State“? Einer jener Staaten wie Somalia oder Afghanistan unter der Talianherrschaft. Fehlende staatliche Autorität, die Verstetigung substaatlicher Gewalt, Ausweitung von humanitären Katastrophen und die Zunahme von transnationalem Terrorismus schaukeln sich in solchen gescheiterten Nationalstaaten derart empor, dass sie die Nachbarstaaten und die weltweite Stabilität gefährden können.Hektisch sucht die Wissenschaft deshalb nach Antworten – und Lösungsansätzen.
    Oliver Beckmann fragt deshalb nach: Würde ein Zerfall Pakistans den Iran stärken oder Indien? Wäre der Aufbau Afghanistans überhaupt noch möglich, wenn Pakistan zur unkontrollierbaren Terrorbasis verkäme? Oder kann die Republik Pakistan mit einer möglichen staatlichen Schwäche vielleicht sogar weitaus besser umgehen als befürchtet?

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  • 7. Beitrag: Der Kaschmir-Konflikt und die Feindschaft zu Indien

    Vielen Analysten gemein ist die Annahme, dass ein wie auch immer geartetes pakistanisches Selbstverständnis, jenseits des sich durch seine Heterogenität ausschließendem Islams, einzig und allein auf die Konfrontation mit Indien basiert. Bereits einige Wochen nach der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans prägte der offene Konflikt um die Zugehörigkeit des ehemals unabhängigen Fürstentums Kaschmir die bilateralen Beziehungen. Beide Staaten vereinbarten kein grundlegendes Sicherheitsarrangement, weder gab es einen Nichtangriffspakt noch erkannte man gegenseitig die gerade gezogenen Grenzen an.
    Besonders deutlich wurden die Spannungen in Kaschmir, das zunächst unabhängig geblieben war. Doch im Oktober 1947 trat Kaschmir als Reaktion auf die militärische Unterstützung Indiens im Kampf gegen aufständische Stammeskrieger, die von pakistanischer Seite unterstützt wurden, zur Indischen Union bei. Der erste Indien-Pakistan-Krieg brach aus und damit die offene Konfrontation von zwei unterschiedlichsten Staatsvorstellungen.
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    via: WELT DEBATTE-Weblogs-Pakistan-Der Kaschmir-Konflikt und die Feindschaft zu Indien

    7. Auszug aus „Pakistans Entwicklung zum Failed State und die internationalen Folgen“

    Pakistan als Failed State

  • 6. Beitrag: Der Konflikt um die gewalttätige „Talibanisierung“ Pakistans und die Entwicklung extremistischer Madrassen

    Die Politik gegenüber der Mujaheddin und in der geschichtlichen Folge der Taliban gilt als klassisches Beispiel pakistanischer Außenpolitik, die sich mit Hilfe privater Akteure seit jeher artikuliert. Während des Afghanistan-Krieges der 1980er Jahre rüstete der pakistanische Geheimdienst Inter Services Intelligence (ISI), im Auftrag der pakistanischen Regierung unter General Zia ul-Haq aber auch seiner Nachfolgerin Benazir Bhutto, mit Hilfe des amerikanischen Geheimdienstes CIA, Mujaheddin aus den Paschtunen-Gebieten für den Kampf gegen die sowjetischen Besatzer Afghanistans aus. Besonders die Paschtunenstämme der Mahsuds und der Wazirs, die seit der britischen Kolonialherrschaft in ängstlichem Respekt nur Wölfe und Panther genannt werden, wurden zusätzlich durch Personal des ISI und CIA trainiert, während sie ihr ideologisches Rüstzeug in den von General Zia ul-Haq geschaffenen Madrassen bekamen.
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    via: WELT DEBATTE-Weblogs-Pakistan-Der Konflikt um die gewalttätige "Talibanisierung" Pakistans und die Entwicklung extremistischer Madrassen

    6. Auszug aus „Pakistans Entwicklung zum Failed State und die internationalen Folgen“

  • Leseempfehlung: Der Gaza Zeuge

    Wie schwierig es ist, Informationen und Informanten richtig einzuordnen, zeigt sich insbesondere im Nahen Osten jeden Tag aufs neue.

    Propaganda-Arzt Mads Gilbert macht in Gaza Politik - Von Clemens Wergin

    Auszug:

    Von BBC über CNN, Sky News bis zum britischen Independent, dem Berliner Tagesspiegel, der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Rundschau: Allen hat er [Mads Gilbert, norwegischer Arzt in Gaza] Interviews gegeben. Weil der Norweger einer der wenigen „Westler“ in Gaza ist und keiner der Konfliktparteien anzugehören schien, galt er vielen Journalisten zunächst als verlässlichere Informationsquelle.
    [...]
    Der norwegische Arzt Mads Gilbert, der in den letzten Tagen in internationalen Medien zu einem der wichtigsten Kronzeugen für die Grausamkeit der israelischen Militärkampagne wurde, ist ein linksradikaler Terrorsympathisant. Gilbert gehörte der „Roten Wahlallianz“ in Norwegen an, die marxistisch-leninistische Wurzeln hat. Die Anschläge vom 11. September hat er gegenüber dem norwegischen „Dagbladet“ mit den Worten gerechtfertigt „die Angriffe auf New York waren keine Überraschung nach der Politik des Westens in den letzten Jahrzehnten. Die Unterdrückten haben auch ein moralisches Recht, die USA mit allen Waffen anzugreifen, derer sie habhaft werden können“. Auf die Frage, ob er einen Terroranschlag gegen die USA unterstützen würde, antwortete Gilbert: „Terror ist eine schlechte Waffe, aber im erwähnten Kontext ist die Antwort ja.“

  • 5. Beitrag: Der Konflikt in FATA, Pakistans „Wilder-Wilder-Westen“

    Ausländische Extremisten in der Region, geschützt durch unwegsames Gelände der bis zu 5000 Meter hohen Gebirgszügen und durch stillschweigende Duldung der dort herrschenden Neo-Taliban, wurden seit dem Frühjahr 2004 intensiv durch das pakistanische Militär bekämpft, um die Stammesgebiete besser zu kontrollieren und die Infiltration von Terroristen nach Afghanistan zu beenden. Erstmals seit 1973 operierten pakistanische Soldaten erneut in den FATA. Bis zu 80.000 Soldaten waren im Einsatz. Doch trotz der militärischen Übermacht konnten die pakistanischen Streitkräfte keine militärische Entscheidung herbeiführen.
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    via: WELT DEBATTE-Weblogs-Pakistan-Der Konflikt in FATA, Pakistans „Wilder-Wilder-Westen“

    5. Auszug aus „Pakistans Entwicklung zum Failed State und die internationalen Auswirkungen“

  • Joschka Fischer: "Es wäre eine Falle, quasi als Palästina-Solidaritätskomitee zu agieren."

    Warum werden häufig Amts- und Würdenträger erst nach ihrer aktiven Zeit lesens- und hörenswert?

    Bei Jörg Lau gibt es einen Auszug aus dem morgen erscheinenden Interview in der Zeit mit Joschka Fischer, dessen Nahostfalten zurück zukommen scheinen. Ich hätte nicht gedacht, je hier auf unseren Außenminister a.D. zu verweisen. Chapeau!

    Auszug aus Jörg Laus Auszug:

    ZEIT: Auch wenn man die Schuldfrage so beantwortet, stellt sich die Frage nach der Klugheit und Verhältnismäßigkeit der israelischen Reaktion. Muss die Regierung dazu nicht etwas sagen?

    Fischer: Es ist natürlich äußerst wichtig, im Falle eines Krieges auf die Schonung der Zivilbevölkerung zu dringen. Deren Lage ist in Gaza katastrophal! Aber es fällt schon auf, dass diese Frage all die Monate nicht auftauchte, als der Süden Israels mit Raketen beschossen wurde. Für jeden, der diese Situation beobachtete, war klar, dass Israel sehr bald würde reagieren müssen.
    [...]
    ZEIT: Was antworten Sie denen, die beklagen, dass es auf der einen Seite durch Raketenbeschuss in sieben Jahren 32 Tote gibt, auf der anderen über 500 binnen weniger Tage?

    Fischer: Aber was heißt das denn? 32 Tote sind vertretbar – und 500 nicht mehr? Dann wären wir bei einer modernen Form von Auge um Auge, Zahn um Zahn. Nein – die Opferzahlen sind schlimm, aber sie zeigen auch die katastrophale Fehlkalkulation der Hamas. Denn darin drückt sich auch das militärische Kräfteverhältnis aus.

    ZEIT: Eine Mehrheit der Öffentlichkeit hierzulande fühlt sich eher aufseiten der palästinensischen Opfer. Wie soll die Regierung damit umgehen?

    Fischer: Das ist eine Führungsaufgabe, da müssen Sie die Bundeskanzlerin fragen. Ich weiß, dass »Solidarität mit Israel« eine schwierige Position ist. Aber in einer offenen Gesellschaft muss man seine Positionen eben auch so erklären, dass aus Minderheiten Mehrheiten werden. Die Israelis als die Täter, die Palästinenser als die Opfer – das ist eine falsche Wahrnehmung der Nahostkonflikts. Es wäre eine Falle für die deutsche Politik, dieser verzerrten Wahrnehmung zu folgen und quasi als Palästina-Solidaritätskomitee zu agieren. Und ich rate der Bundesregierung, dem zu widersprechen und zu widerstehen.
    [...]
    Fischer:Gerade wenn wir unsere Solidarität mit Israel ernst nehmen, müssen wir uns auch für die legitimen Interessen des palästinensischen Volkes einsetzen. Aber wir müssen auch das Dilemma zur Kenntnis nehmen, in dem sich die israelische Führung befindet. Schon vor mehr als drei Jahren hat sich die israelische Armee aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen. Das war eine Chance auf palästinensische Selbstbestimmung. Faktisch aber wurde der Gazastreifen zum Aufmarschgebiet der Radikalen. Es ist wohlfeil, jetzt Israel zur Zurückhaltung aufzufordern.

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  • Erinnerung an Lilas Worte im Januar 2008

    Aus aktuellem Anlass ein Verweiß und Auszug auf einen bald ein Jahr alten Beitrag:

    Lilas bewegende, emotionalen Worte zum täglichen Beschuss aus dem Gaza. Unbedingt lesen!

    Auszug:
    Im westlichen Negev fallen die Mörsergranaten und Qassam-Raketen, daß es nur so brummt. Praktisch pausenlos. Dazu kommen Scharfschützen, die in den oberen Etagen der Stadt Khan Younis nur aus dem Fenster gucken müssen, um Ziele zu finden.[...]
    Während wir hier sitzen, herrscht im Negev Krieg. Das Dilemma ist groß. Natürlich wissen wir, daß die Palästinenser diesen Terror veranstalten, um die Armee nach Gaza zu locken, eine Eskalation in Gang zu setzen und jede Einigung noch unmöglicher zu machen als sie so schon ist. Das sagen sie ja auch ganz offen, es ist keine bösartige Interpretation meinerseits, sie machen kein Geheimnis draus. [...]
    Heute ist Nir Am unter Beschuß, morgen Ashkelon, übermorgen Yafo, nächste Woche Tel Aviv, und da trifft sich das Feuer dann mit dem aus dem Norden, das sich über Nahariya, Ako, Haifa, Hadera, Netanya bis Tel Aviv ausweiten kann.
    Ist alles überhaupt kein Problem, die Palästinenser haben Waffen, die Hisbollah hat Waffen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie mit ihren Grads auch größere Entfernungen überbrücken, besonders, wenn sie in der Westbank freie Hand bekommen. Wo sollen wir hin?
    Der jahrelange Beschuß zermürbt die Leute. Im Gazastreifen hat Abbas nichts mehr zu sagen, da herrscht Narren-Unfreiheit. Auch ohne den Vorwand der Besatzung wird jeder Israeli zur Schießscheibe.
    Irgendwann, das wußte ich die ganze Zeit, wird die Armee was unternehmen müssen. Als der Volunteer aus Ecuador auf offenem Feld getötet wurde, ganz nah an der Grenze, dachte ich, was nun? Kinder werden verletzt, es sind nur Zivilisten, auf die gezielt wird. Soll es mich wundern, wenn das wohl in deutschen, europäischen Medien keine Schlagzeilen macht?

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  • Lesetipp: Prof. Münkler in seinem Element

    Zeit-Interview mit Herfried Münkler,
    Der Gaza-Konflikt - "Eine neue Form des Krieges"

    Auszug:

    ZEIT ONLINE: Israel bombardiert den Gaza-Streifen und ist dort mit Panzern und großen Truppenverbänden einmarschiert. Die radikal-islamische Hamas wehrt sich mit selbstgebauten Raketen und im Häuserkampf. Ist das eine neue Form des bewaffneten Konflikts?

    Herfried Münkler: Ja, das ist eindeutig eine Auseinandersetzung vom Typ "neuer Krieg". Hier kämpfen zwei strukturell unterschiedliche Konfliktparteien gegeneinander. Die eine Seite tritt mit modernster Kriegstechnik an, die andere Seite reagiert mit der medialen Inszenierung von Opfern. Hamas kämpft um die Meinung der Weltöffentlichkeit und versucht, die globale Aufmerksamkeit als Defensivwaffe gegen Israel zu nutzen.

    ZEIT ONLINE: Steht in diesem asymmetrischen Kampf um die Meinung der Weltöffentlichkeit Israel schon als Verlierer fest?

    Münkler: Den Krieg der Bilder können die Israelis nur verlieren. Irgendwann dominieren die Bilder von verwundeten, leidenden palästinensischen Kindern alle anderen Eindrücke aus diesem Krieg und beherrschen unsere Vorstellung.

    ZEIT ONLINE: Was bedeutet das für den Kriegsverlauf?

    Münkler: Israel könnte nur wenig Zeit bleiben, bis die Stimmung weltweit kippt – auch in den USA. Wenn die Kämpfe im Gaza-Streifen weltweit massiv kritisiert werden, bleibt den Israelis nur noch der Rückzug. Israel befindet sich von Anfang an in der Rolle des Goliaths. Die andere Seite, die Palästinenser, sind automatisch David. Das hat schon Yassir Arafat politisch genutzt.

    ZEIT ONLINE: Eine klassische Entscheidungsschlacht wird es in diesem Konflikt nicht geben. Sehen Sie eine Möglichkeit, wie ein solcher Konflikt militärisch gewonnen werden kann?

    Münkler: Die militärische Überlegenheit der Israelis ist deutlich. Sie können mit ihren Hightech-Waffen Ziele recht genau angreifen, im Gegensatz zur Hamas mit ihren Kassam-Raketen. Doch der militärische Sieg war schon immer daran gekoppelt, dass er auch politisch umgesetzt werden muss. Eine militärische Schwächung von Hamas, das Verhindern von Raketenangriffen auf Israel wäre bereits ein Erfolg. Oder wenn Hamas an politischem Einfluss verliert, weil die Bevölkerung im Gaza-Streifen erkennt, dass mit der aktuellen Regierung und ihrer aggressiven Politik immer wieder Gegenschläge Israels und neue Gewalt verbunden sind.

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  • Die Charta der "Islamischen Widerstandsbewegung" (HAMAS)

    u.a.

    "Friedensinitiativen und so genannte Friedensideen oder internationale Konferenzen widersprechen dem Grundsatz der Islamischen Widerstandsbewegung. Die Konferenzen sind nichts anderes als ein Mittel, um Ungläubige als Schlichter in den islamischen Ländern zu bestimmen ... Für das Palästina-Problem gibt es keine andere Lösung als den Jihad. Friedensinitiativen sind reine Zeitverschwendung, eine sinnlose Bemühung." (Artikel 13)

    Danke an Zettel für den Hinweis.

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