szmmctag

  • Die Bitte der Bündnispartner sollte nicht abgelehnt werden

    Fähige Befehlshaber hatte das Allied Joint Force Command in Brunssum schon immer. Unter Joachim Spiering und Sir Jack Deverell habe ich noch gedient, seit Januar 2007 leitet General Egon Ramms das NATO-Hauptquartier und ist damit sogleich der oberste ISAF General.
    Und dieser hat bereits im September eine Aufstockung des in Afghanistan eingesetzten ISAF-Kontingents gefordert: „Wir haben zu wenig Kräfte in der internationalen Afghanistan-Schutztruppe“. Zudem kritisierte er die Bedingungen, unter denen die ISAF-Truppen in Afghanistan arbeiten müssten. Er plädierte dafür, die grundsätzliche Festlegung der Einsatzorte durch die Politik aufzuheben. „Diese für viele der mehr als 60 an der ISAF-Mission beteiligten Länder geltenden Festlegungen behinderten die tägliche Arbeit“. Denn

    [m]it der Truppenstärke und deren nationalen Auflagen eng verbunden ist das Problem der zivilen Todesopfer, der so genannten Kollateralschäden. Wird eine unserer Einheiten in Kampfhandlungen verwickelt und bedarf der Unterstützung, so muss sie auf die verfügbaren Kräfte zurückgreifen. Nicht selten führt das zum frühzeitigen Einsatz von Jagdbombern, weil Landstreitkräfte und Hubschrauber nicht verfügbar oder aufgrund von caveats nicht einsetzbar sind. Eine Erhöhung der Truppenstärke in Verbindung mit einer Aufhebung der nationalen Auflagen könnte viele dieser Situationen entschärfen und auch dieses Problem einer Lösung zuführen.

    Recht hat er in Teilen. Grundsätzlich darf natürlich die Politik bei der Bestimmung von Bundeswehreinsätzen nicht ausgehebelt werden. Doch warum die Politik mehr auf ihr ausführendes Organ hören sollte, erläutert der einzige Lichtblick bei der ZEIT, Josef Joffe:

    Kreuz des Südens - Josef Joffe

    Napoleon wäre vielleicht als Kaiser von Europa in die Geschichte eingegangen, wenn die Preußen den Briten 1815 ausgerichtet hätten: »So sorry, bis Waterloo schaffen wir es nicht.« Tatsächlich kamen die Preußen in letzter Minute, und Napoleon ging in die Verbannung. Im Krieg kommt es eben darauf an, wer wann und wo aufmarschiert. In Afghanistan aber verweigern sich Blüchers Nachfahren dieser simplen Einsicht.[...]

    Was soll Berlin tun? Ginge es allein um die Innenpolitik, könnte die Antwort nicht klarer sein: Lasst uns bitte in Ruhe; weiten wir diesen unpopulären Einsatz aus, riskieren wir mit dem Leben unserer Soldaten auch das Überleben der Großen Koalition. Leider folgt die Außenpolitik anderen Gesetzen, und die quälen gleich dreifach.

    Erstens: Müssen wir der Nato nicht dankbar sein, dass sie uns vierzig Jahre lang beschützt hat – mit einer halben Million fremder Soldaten auf westdeutschem Boden? Nur ist Dankbarkeit ein schwächliches Moment im Leben der Staaten, und so fragt die kühle Staatsräson, was ist denn das deutsche Interesse hier und heute?

    Deshalb, zweitens: Unverrückbar ist das Gebot, das Bündnis nicht in Afghanistan zugrunde gehen zu lassen und schon gar nicht, weil ausgerechnet Berlin den Luther gibt: »Hier stehe ich und kann nicht anders.« Das existenzielle Risiko für die Allianz liegt auf der Hand. Dann zögen die Holländer und Kanadier ab, wie sie es angedroht haben – es blieben die üblichen Verdächtigen USA und England. Niemand würde deshalb das Nato-Hauptquartier in Belgien abreißen, aber das wär’s dann auch: ein Bauwerk, kein Bündnis.

    Drittens darf Afghanistan nicht wieder zur Erbpacht der Taliban, mithin von al-Qaida werden. Der SPD-Verteidigungsminister Struck hatte recht, als er dozierte, Deutschland müsse auch am Hindukusch verteidigt werden. Klassische Territorialkriege sind derzeit out in Europa, die Bedrohung kommt von weit her – von gescheiterten Staaten, Terrorbrigaden und Atomwaffen in den Händen derer, die von der Apokalypse träumen.

  • Schlechte Nachrichten aus Deutschland

    Das wurde aber auch Zeit.
    David hat's entdeckt:

    Wann immer man nach Tel Aviv reist, um die Menschen, das Wetter, das Essen und das Meer zu genießen, wird man dutzendfach gefragt, ob man denn suizidal sei. Kein Wunder angesichts der Nachrichten. Auch andere Länder erscheinen eher ungastlich, wenn man die Meldungen konsequent filtert. Besuchen Sie ”Schlechte Nachrichten aus Deutschland”, und eine baldige Emigration erscheint zwingend.
    Das Vorbild sind die Schlechten Nachrichten aus den Niederlanden:

    “JERUSALEM (inn) - Mehrere Blogger protestieren derzeit auf ungewöhnliche Weise gegen die anti-israelische Berichterstattung in einigen Ländern: In ihren Internettagebüchern veröffentlichen sie ausschließlich negative Nachrichten über diese Staaten.
    ‘Dieses Projekt zeigt, wie Medienberichterstattung das Image jedes Landes schwächen kann, indem es ausgewählte Nachrichten ohne Kontext verwendet’, sagt der Medienanalyst Manfred Gerstenfeld aus Jerusalem. Im vergangenen Sommer hielt er einen Vortrag unter dem Titel ‘Schlechte Nachrichten über die Niederlande’. Daraus entstand sein Blog.
    Wie die Tageszeitung ‘Ha´aretz’ berichtet, bieten die Blogger ihren Lesern skandalöse, aber exakte Berichte von Medien in Großbritannien (etwa über gewalttätige betrunkene Teenager), Frankreich (hohe Sterblichkeit bei Obdachlosen) und Norwegen (Kinderschänder). Finnland (sexuelle Belästigung im Parlament) ist ebenso vertreten wie Schweden (schnell ansteigende Selbstmordraten), die Niederlande (drohende muslimische Unruhen), Mexiko (randalierende Flutopfer) und Los Angeles (Morde aus Fahrzeugen).
    ‘Wir wenden nur die Methoden mancher Medien an’”

    Hier geht es zum deutschen Blog.

  • 31. Januar 1968 - Selbstmordkommando stürmt US-Botschaft in Saigon

    Heute vor vierzig Jahren begann die Tet-Offensive. Nordvietnams Befehlshaber schickten 80.000 Soldaten als Himmelfahrtskommandos auf Ziele im ganzen Land. Am frühen Morgen kurz vor 3 Uhr riss eine Explosion die schlafende Metropole Saigon aus der Nacht. Ein Selbstmordkommando der Vietcong hatte sich den Weg in die amerikanische Botschaft freigesprengt und war wild auf alles feuernd über das Gelände gezogen. Am nächsten Morgen war der Botschaftsrasen mit Leichen übersät. E. Allan Wendt, US-amerikanischer Diplomat, berichtet von den erschreckenden Stunden vor vierzig Jahren:

    Once I found out what was going on, I started making phone calls. I made phone calls to the military assistance command, our headquarters at Tan Son Nhut airport on the outskirts of Saigon. I made calls to Washington. I spoke to the Situation Room in the White House. I spoke to the Operations Center in the State Department. I made calls around town. I called one of my colleagues who was a political officer and an aide to the ambassador. And by that time it became clear that we were under full-scale attack. But it also seemed to be a case that the Vietcong were not yet in the building. At first I thought, “There is no way we’re going to survive this incident, with twenty heavily armed guerillas in the compound, at any moment they’ll break into the building. And if they break into the building, and if they break into the building – since there were only a few civilians in the building, only one or two had weapons.” I did not have a weapon at first. I had not been instructed on what to do in a situation like that. So I set about doing the obvious thing – find out what was going on, get in touch with Washington, deal with the wounded Marine, which we did. We took the elevator down to the ground floor of the embassy, which was a mess. There was damage all over the place. But there was one lone heroic Marine Guard, who could hear everything going on outside the building. It was also obvious that the Vietcong had not yet actually penetrated the building. But we thought it was only a question of time before they did. It was only after about the first 45 minutes that I began to think that maybe they’re not going to get into the building. If they haven’t gotten into the building already maybe they’re not going to be able to. And by that time we reacted on the outside with MPs who got themselves under the rooftops of adjoining buildings, and started firing down into the compound at the Vietcong guerillas. We also had some civilian State Department security people who were doing the same thing...

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